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Dalai Lama , V. Er lebte von 1617 bis 1682. Ihm gelang es einerseits durch großes politisches Geschick andererseits durch gewaltsame, manchmal auch militärische Mittel, Tibet nach Jahrhunderten des Niedergangs wieder in den Rang einer bedeutenden Regionalmacht zurückzuführen. Als erster Dalai Lama wurde er auch zum weltlichen Herrscher Tibets ernannt und erwirkte die Vorherrschaft der Gelugpa-Schule. Berühmt ist sein gegen Ende seines Lebens geschriebene Werk: „Geheime Visionen“.

Dalai Lama , VI. Er lebte von 1683 bis 1706. Die Tibeter lieben diesen politisch eher unbedeutenden Dalai Lama sehr. Er selber hat sich nie ganz mit seiner Rolle identifizieren können und hat sich, nachdem er knapp einem Mordkomplott entgehen konnte, in den Laienstand zurückversetzen lassen, blieb aber als Dalai Lama im Potala wohnen. Berühmt sind die Liebeslieder, insgesamt 66, die er gedichtet haben soll. Sein lasterhaftes Leben mit „Wein, Weib und Gesang“ verärgerte den Khan im fernen Peking so, dass er seine Echtheit anzweifelte und ihn schließlich verhaften ließ. Beim anschließenden Transport nach Peking verstarb der VI. Dalai Lama unter mysteriösen Umständen.

Dalai Lama , XIII. Er lebte von 1876 bis 1933. Tibet wurde zu seiner Regierungszeit ein Spielball der konkurrierenden Mächte England, Russland und China. Zweimal mußte der Dalai Lama aus Lhasa fliehen, einmal nach Indien, einmal nach China. 1913 – nach dem Zusammenbruch des chinesischen Kaiserreiches – proklamiert er die Souveränität Tibets. Diese wurde allerdings auf der Konferenz von Simla relativiert. Er versuchte Reformen in Tibet durchzuführen, scheiterte aber an der Starrheit des Klerus und des Adels. Gegen Ende seines Lebens ist er frustriert und erschöpft. Er stirbt sehr plötzlich unter nicht geklärten Umständen. Bedeutsam ist sein Testament, in dem er den Untergang Tibets und die Zerstörung der Klöster ankündigt.

Dalai Lama , XIV. Er wurde 1935 in Amdo geboren und lebt derzeit im nordindischen Dharmasala, dem Sitz der Exilregierung. 1949 mußte er zusammen mit 130.000 Landsleuten vor den chinesischen Machthabern nach Indien flüchten. Seitdem ist er unermüdlich weltweit im Einsatz einerseits in seiner Funktion als Staatsmann, um auf die Besetzung Tibets und die Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, andererseits als buddhistischer Lehrer, der auch von vielen westlichen Buddhisten verehrt wird. 1989 erhielt er für sein Engagement den Friedensnobelpreis überreicht.

Drugpa Künleg
war ein in Tibet und in Bhutan sehr beliebte „Heilige Narr“ und lebte im 17. Jahrhundert. Er gilt als eine Wiedergeburt des indischen Mahasiddhas Saraha. Seine „geheime Biographie“, die mit kräftigen Seitenhieben auf die Klöster und die Regierung gespickt ist, wurde von Keith Dowman 1982 ins Englische übersetzt.

Geshe Sherab Gyatso  wurde 1884 in Amdo geboren und starb 1968. Kurz nach dem Tode des XIII. Dalai Lama, dessen Vertrauter er war, verließ er Tibet und ging nach China, wo er sich den Kommunisten anschloß. Er übersetzte Tsongkhapas „Lamrim Chenmo“ ins Chinesische und wurde der Präsident der Allchinesischen Buddhistischen Vereinigung. Zu Beginn der Kulturrevolution wurde er verhaftet und verstarb alsbald. Seine Wiedergeburt wurde 1976 in Amdo in der Nähe des Klosters Labrang Tashi Kyil gefunden.

Gungthang Tänpä Drönme lebte von 1762 – 1823 und war ein Gelehrter der Gelugpa-Schule. Dennoch war er ein überzeugter Anhänger der Wichtigkeit des Erfahrungsschatzes, der aus der Meditation herrührt und der niemals durch das trockene Bücherstudium ersetzt werden kann.

Machig Labdrön(11.Jh.) (tib. Leuchte von Lab) Sie ist eine der wenigen historischen weiblichen Persönlichkeiten, die eine eigene tantrische Überlieferungslinie begründet haben. Machig entwickelte die radikale Chöd-Praxis, die einhergeht mit dem meditativen Abschneidens jeglicher Ich-Vorstellung, auf der Basis eines tiefen Verständnis der Prajnaparamita-Texte.

Padma Sambhava (Skrt). ist „der aus dem Lotus geborene“. Er gilt als ein Zeitgenosse des Königs Trisong Detsen ( 755-797 ) und wird besonders von den Nyingmapas als der zweite Buddha verehrt, da es ihm gelang, den Buddhismus endgültig in Tibet zu verankern. Ein weiterer Name ist „Guru Rinpoche“, Tibetisch für kostbarer Lehrer.

Shabkar Rinpoche war ein Dzogchen-Meister und Poet aus Amdo und lebte 1781-1850.

Tsongkhapa war ein aus Amdo stammender herausragender Gelehrte und Tantriker und lebte von 1357 – 1419. Schon in jungen Jahren war er eine Berühmtheit, lehnte aber eine glanzvolle akademische Karriere ab und zog es vor, verschiedene Lehrer aus allen Schulrichtungen aufzusuchen, um von ihnen Belehrungen und Einweihungen zu nehmen. Oft zog er sich, zusammen mit wenigen Schülern, für Jahre in Einsiedeleien zurück. Erst im letzten Drittel seines Lebens wirkte er fast pausenlos als Lehrer und Autor.  Auf ihn geht auch die Einführung des großen Gebetsfestes zurück, das einmal im Jahr tibetische Buddhisten aus allen Schulrichtungen zusammenbrachte. Zudem entwickelte er auf der Basis vom Atishas Stufenmodell ein Studienkonzept, bei dem Sutrayana und Tantrayana miteinander vereinbar waren. Tsongkhapa gilt als Wegbereiter der Bildung der Gelugpa-Tradition.